Donnerstag, 18. August 2011

Sein Unglück

Auf dieses Gedicht bin ich gerade "gestoßen", wie man manchmal auf Dinge stößt, oder um eher zu sagen, die einen "finden". Es sind Worte, die nicht einfach nur gelesen werden, sondern die einen berühren, auf ihre ganze eigene Art und Weise. Es sind Gedanken, die man schon lange kennt, aber für die man selber noch nicht bereit in Worte zu fassen.

Weißt du was ich meine??






Sein Unglück
ausatmen können.

tief ausatmen
so dass man wieder
einatmen kann

Und vielleicht auch sein Unglück
sagen können
in Worten
in wirklichen Worten
die zusammenhängen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte

Und weinen können

Das wäre schon
fast wieder
Glück

Erich Fried




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